Zehn Blu-Rays, die man haben sollte

9. April 2009

Da steht also der neue Blu-Ray-Player, zu dessen Kauf man sich nach langem Hinauszögern entschlossen hat (mit dem Regionalcode wird man leben müssen, es sieht nicht so aus, als würde der demnächst geknackt). Aber welche Filme kauft man nun? The Dark Knight ist mit seinen 70mm-Sequenzen, in denen der 16:9-Bildschirm bei schier unglaublicher Detailvielfalt voll ausgefüllt wird, zwar beeindruckend – aber wenn Action-Kracher die Zukunft der Blu-Ray sind (als eine frühe Referenz gilt auch der James-Bond-Film Casino Royale), dann hätte man sich die Anschaffung sparen können.
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Doch dem ist nicht so, auch wenn vor allem der deutsche Markt noch ziemlich zulegen muss, wenn er cinephile Menschen zum Umstieg bewegen will. Bei Filmen wie Wong Kar Wais Chungking Express oder Antonionis Die rote Wüste, die sehr stark von ihrem visuellen Stil, besonders von Farben leben, ist die neue Technik eine Offenbarung – keinen von beiden gibt es auf Blu-Ray regulär in Deutschland zu kaufen. Nicht umsonst hat das anspruchsvolle amerikanische DVD-Label Criterion Chungking Express für seine erste Blu-Ray-Veröffentlichung ausgewählt. Wegen der Regionalcodes, mit denen Criterion wohl leider so gut wie alle Blu-Rays versieht, hat man in Europa davon nichts. Aber Artificial Eye hat eine ebenso tolle britische Version auf den Markt gebracht, die wegen des günstigen Euro-Pfund-Kurses preiswert übers Internet zu bestellen ist. Die Rote Wüste gibt es ebenfalls auf dem britischen Markt, vom British Film Institute. Beide Filme sind eine Augenweide. Auch Musical-Klassiker wie Ein Amerikaner in Paris und Gigi oder alte Trickfilme wie Disneys Pinocchio atmen auf Blu-Ray noch einmal richtig tief durch, als wären sie endlich in ihrem natürlichen Lebensraum angekommen. Gleiches gilt für Western. Die vorbildliche Veröffentlichung von John Fords The Searchers, samt Audiokommentar von Peter Bogdanovich, ist einer jener Fälle, in denen man einen bereits in der eigenen Bibliothek vorhandenen Film noch einmal kauft. Kaufen muss.
Aber es geht nicht nur um Farbe. Unter meinen zehn ersten Blu-Ray-Käufen ist außerdem eine Ausgabe von Scorseses Wie ein wilder Stier, den ich noch nie so schön gesehen habe wie hier. Die digitale Bearbeitung hat die Körnigkeit der Schwarzweißbilder erhalten, was dem Film fast schon eine Aura verleiht. Als Beispiel für moderne Filme, die durch die neue Technik an optischer Brillanz gewinnen, aber auch – für meine Augen – ein wenig künstlich aussehen, taugt David Finchers Zodiac. Zum Schluss noch ein dritter Blick nach Großbritannien. Heimlich still und leise hat dort nämlich die Masters-of-Cinema-Serie (Eureka), ein ähnlich ambitioniertes Label wie Criterion in Amerika, mit der Veröffentlichung von Blu-Rays begonnen. Bisher liegt Mad Detective von Johnnie To und Wai Ka Fai vor (auch eine absolute Kaufempfehlung), im Juni folgt Kiyoshi Kurosawas Tokyo Sonata.

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