Oscars – die Vorhersage (und einige schöne nominierte Animationsfilme)

18. Februar 2009

UPDATE (23.2.09): Nicht so ganz schlecht – 19 von 24 Kategorien richtig geraten (Details). Den fremdsprachigen Film – Japans The Departure – hatte wirklich niemand auf dem Schirm. Sean Penn statt Mickey Rourke geht in Ordnung, sonst wird letzterer gleich wieder größenwahnsinnig. Und Slumdog ist genau das, was man von einem Oscar-Gewinner erwartet. Die Show war gut, aber das kann natürlich nur jemand sagen, der, wie ich, Musicals mag. Die Idee, den nominierten Schauspielern jeweils durch eine Handvoll Vorgänger/innen einen kleinen Tribut zu zollen, war charmant. Für die volle Atmosphäre des ganzen Abends bitte, wie jedes Jahr, bei Anke Gröner nachlesen. Ein ausführliches Protokoll gibt es außerdem bei Thomas Hunziker.

***

Liste aller Nominierten bei Oscars.com

Andere Oscar-Tipps

So viele Filme wie dieses Jahr habe ich vor der Verleihung noch nie gesehen. Mal sehen, ob sich das auf meine Treffsicherheit auswirkt. Weiter unten sind noch einige der Kurzfilm-Nominierten per Youtube zu sehen. Los gehts:

PERFORMANCE BY AN ACTOR IN A LEADING ROLE

Mickey Rourke für The Wrestler, weil dieses Comeback einfach unwiderstehlich ist.

PERFORMANCE BY AN ACTOR IN A SUPPORTING ROLE
Heath Ledger für The Dark Knight, weil man einem Toten die Ehre erweisen muss.

PERFORMANCE BY AN ACTRESS IN A LEADING ROLE
Kate Winslet für The Reader, weil alle denken, dass sie ihn kriegt.

PERFORMANCE BY AN ACTRESS IN A SUPPORTING ROLE
Penélope Cruz für Vicky Cristina Barcelona, weil sie es schafft, mit einem späten Auftritt einen ganzen Film zurechtzurütteln.

BEST ANIMATED FEATURE FILM OF THE YEAR
Wall-E. „Put on your Sunday clothes, there’s lots of world out there / Get out the brillantine and dime cigars …“

ACHIEVEMENT IN ART DIRECTION
The Curious Case of Benjamin Button, weil der in allen Kategorien dieser Art gewinnen wird.

ACHIEVEMENT IN CINEMATOGRAPHY
Slumdog Millionaire, weil der dann doch interessanter gemacht ist, als ich zunächst dachte. David Bordwell erklärt das sehr ausführlich, indem er auf die uralten Kinotraditionen hinweist, die verwendet werden – und die auch im indischen Kino Verwendung fanden. Er widerlegt quasi den Vorwurf, Slumdog sei eine westliche Aneignung Indiens: „The film’s style seems to me a personalized variant of what has for better or worse become an international style.“

ACHIEVEMENT IN COSTUME DESIGN
The Curious Case of Benjamin Button (s.o.)

ACHIEVEMENT IN DIRECTING
Danny Boyle für Slumdog Millionaire – auch hier gilt der Hinweis auf David Bordwells Analyse des Films.

BEST DOCUMENTARY FEATURE
Man on Wire, weil alle, die ihn gesehen haben, ihn atemberaubend finden.

BEST DOCUMENTARY SHORT SUBJECT
The Final Inch, weil es sozusagen die dokumentarische Ergänzung zu Slumdog Millionaire ist. Trailer:

ACHIEVEMENT IN FILM EDITING
Slumdog Millionaire – und noch einmal David Bordwell.

BEST FOREIGN LANGUAGE FILM OF THE YEAR
Waltz with Bashir, weil sich die Akademie der Kombination innovative Form + aktuelles Thema nicht wird entziehen können. Dagegen sieht der Baader-Meinhof-Komplex sehr alt aus.

ACHIEVEMENT IN MAKEUP
The Curious Case of Benjamin Button (s.o.)

ACHIEVEMENT IN MUSIC WRITTEN FOR MOTION PICTURES (ORIGINAL SCORE)
Slumdog Millionaire, weil der Soundtrack mal eine nette Abwechslung ist.

ACHIEVEMENT IN MUSIC WRITTEN FOR MOTION PICTURES (ORIGINAL SONG)
Jai Ho (Slumdog Millionaire) – weil der Bollywood-Nachspann fetzt.

BEST MOTION PICTURE OF THE YEAR
Slumdog Millionaire, weil er ein nahezu perfekter Publikumsbeglücker ist.

BEST ANIMATED SHORT FILM
La Maison de petits Cubes
(auf Youtube sind alle Nominierten zu sehen, teilweise vollständig, teilweise als Trailer. La Maison gefiel mir einfach am besten, wobei alle ziemlich hübsch sind. Mein zweiter Favorit: der russische Beitrag Lavatory Lovestory, das ist der letzte in dieser Reihe. Im amerikanischen iTune-Store gibt es alle in voller Länge.)




BEST LIVE ACTION SHORT FILM
Spielzeugland (Im Jahr 1942 glaubt ein deutscher Junge, seine jüdischen Nachbarn gingen ins Spielzeugland. Getreulich der Regel, dass deutsche Filme mit Nazi-Themen immer gewinnen, muss Regisseur Jochen Alexander Freydank den Oscar bekommen.)
Ein paar Ausschnitte aus den nominierten Filmen (auch aus der Animations-Kategorie) gibt es in einem Videobeitrag hinter diesem Link. Als einzigen Film in voller Länger habe ich New Boy gefunden, und zwar hier. Kurzanalysen zu allen Kurzfilmen (einschließlich der animierten) sind auch noch im Angebot.

ACHIEVEMENT IN SOUND EDITING
The Dark Knight, weil der echt gut klingt.

ACHIEVEMENT IN SOUND MIXING
The Dark Knight, weil mir der Unterschied zu SOUND EDITING eh nicht ganz klar ist.

ACHIEVEMENT IN VISUAL EFFECTS
The Curious Case of Benjamin Button (s.o.)

ADAPTED SCREENPLAY
Slumdog Millionaire:

„Beaufoy has sharpened the plot by giving Jamal a basic goal: to unite with Latika. The quiz episodes form a means to that end: the boy goes on the show because he knows she watches it. If told in chronological order, the quiz-show stretches would have come late in the film and become a fairly monotonous pendant to the romance plot. One of the many effects of the flashback arrangement is to give the subsidiary goal more prominence, creating a parallel track for the entire film to move along and arousing anomalous suspense. (We know the outcome, but how do we get there?)“ (ja, schon wieder David Bordwell)

ORIGINAL SCREENPLAY
Milk, weil Sean Penn nicht den Schauspieler-Oscar bekommt.

10 Antworten to “Oscars – die Vorhersage (und einige schöne nominierte Animationsfilme)”

  1. _peekaboo said

    Wow, genauso wird es kommen! Milk und Slumdog habe ich leider noch nicht gesehen, Button auch nicht, den tue ich mir allerdings auch nicht mehr an. Trozdem sind meine Tipps (und die der Wettbüros to be honest) mit Deinen weitestgehend d’accord.

    Bei den Live action shorts tippe ich allerdings auf ‚Auf der Strecke‘ – es wäre einfach verdient.

    Bei den animated shorts tippe ich auch eher auf Presto.

  2. thfu said

    „Auf der Strecke“ kenne ich nun wiederum nicht. Wo hast du den denn gesehen? Überhaupt: Warum gibt es eigentlich kein Kinoprogramm, in dem die ganzen Kurzen mal vorgestellt werden? Oder auf Arte?

  3. _peekaboo said

    „Auf der Strecke“ hat echt eine Festival Tour de Force hinter sich und lief u.a. auch im Deutschen Wettbewerb von interfilm (Internationales Kurzfilmfestival Berlin).

  4. probek said

    Hi Thorsten, freut mich, dass du mittippst. Ich habe mal die bei mir im Blog aufgeschlagenen Tipps in einer Google-Tabelle zusammengefasst. Bitte melden, falls ich dort was falsch notiert haben sollte.

    Gibt’s von dir einen Liveblog in der Oscar-Nacht? Oder vielleicht einen Kommentar in meinem Liveblog?

  5. probek said

    Ach so, eins noch: „Zusammenfassung deutscher Oscar-Tipps“ ist nicht ganz korrekt, denn zumindest ein Mittipper ist Schweizer.

  6. […] live berichten. Zudem hat er eine Tabelle zusammengestellt, in der die Tipps von Thomas Kögel, Thorsten Funke und mir aufgelistet sind. Seine eigenen Vorhersagen wird Probek erst um 22 Uhr […]

  7. thfu said

    Nein, live bloggen werde ich nicht. Höchstens am nächsten Tag etwas schreiben.

  8. Cujau said

    Gratulation zu Platz 1: And the Oscar-Tipp-Oscar goes to Thorsten Funke!
    http://spreadsheets.google.com/pub?key=p0WKfpb-iZq-7ebSYDWVWDw

  9. thfu said

    Naja, es sind ja drei Sieger …

  10. Cujau said

    Naja. Und? Du bis einer der drei Sieger; also Sieger! Bei den Coen-Bürdern sind es ja auch immer mindestens zwei Sieger, so sie gewinnen. Also Kopf oben behalten! Ich sach einfach nochmal Salute!

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