Mark Wahlberg ist müde

15. November 2008

Mark Wahlberg spricht konzentriert präzise, aber manchmal so leise, dass ich Angst habe, mein neun Jahre altes Aufnahmegerät könnte den ein oder anderen Satz verpassen. Er sieht jeden Fragesteller direkt an, auch wenn er dafür den Kopf in eine unbequeme Position drehen muss, und bleibt auch höflich, als peinlicherweise ein Handy klingelt (nicht meins). Wahlberg sitzt bereits seit vier Stunden in diesem Konferenzraum des Kölner Hyatt, um Interviews zu geben und seinen neuen Film „Max Payne“ (Start am 20.11.) vorzustellen. Er ist müde und leidet unter Jetlag. Wenn eine Frage ihn langweilt, weil er sie schon zu oft gehört hat, dann lässt er sich das nicht anmerken. Vielleicht kann man es ein bisschen daran spüren, dass er schneller wird und die Antwort wie ein Reflex kommt. Er ist mit Abstand von allen im Raum am besten angezogen, mit Bundfaltenhose, blaugrauem Hemd und Schlips. 

Mark Wahlberg als Detective auf Rachefeldzug in Max Payne.

"Mann kann aus Pac-Man keinen Film machen": Mark Wahlberg als Detective auf Rachefeldzug in Max Payne. Bild: 20th Century Fox

Man sitzt zu acht gemeinsam mit dem Star um einen Tisch herum, jeder hat ein Mikro oder ein Diktiergerät vor der Nase des Schauspielers aufgebaut und hofft, dass aus den unstrukturiert hin- und hertrippelnden Fragen und Antworten genug Nektar für die eigene Story gerinnt. Eine Kollegin fragt danach, wie ein typischer Tag im Hause Wahlberg aussieht (Nun, er steht morgens auf und macht Frühstück – frische Waffeln –, am Nachmittag wird mit den Kindern gespielt und abends gibt es Gebete), ein anderer will wissen, ob die Entfernung seiner Tätowierungen weh tat (Ja, mehr als damals das Stechen). Sein eigenes Lieblingsthema ist die Religion, auf die er immer wieder zu sprechen kommt. Sein katholischer Glaube hat ihn damals, in seiner wilden, kriminellen Jugend, wieder zurück auf den richtigen Weg gebracht. In Mel Gibsons „Die Passion Christi“, so verrät Wahlberg, hätte er gern den Jesus gespielt, wurde aber nicht gefragt. Nach 20 Minuten kommt die freundliche Pressebetreuerin und beendet das Gespräch. Die nächsten Kollegen warten schon.

Sie würden also nicht sagen, dass Payne Ihre am wenigsten komplexe Rolle bisher ist?

Nein, das würde ich nicht sagen. Da gab es viele andere, die eine Zeitverschwendung waren.

Der Film beruht immerhin auf einem Videospiel.

Ja, das stimmt und ich war am Anfang etwas besorgt deswegen. Als ich das Drehbuch las, mochte ich es, und erst dann wurde mir gesagt, es basiere auf einem Videospiel. Die Spiele, mit denen ich aufgewachsen bin, hatten keine Story, keinerlei Inhalt. Ich meine, man kann ja keinen Film aus Pac-Man machen. Aber Computerspiele haben sich stark verändert. Max Payne hat eine komplexe Handlung und ist auch als Spiel schon sehr filmisch, sehr unterhaltsam. Ich würde aber nie zulassen, dass meine Kinder es spielen.

Das gesamt Interview mit Mark Wahlberg – über Max Payne, Rache, Waffen und den Glauben an Gott – gibt es bei critic.de.

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