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Wenn das die Studios wüssten: Herrliche, absurd verfremdete Kinoplakate aus Ghana, handgemalt, und zwar in der Regel auf alten Mehlsäcken. Darunter „Der Spion, der mich liebte“, „Evil Dead II“, „Terminator II“, „Poltergeist II“, „Eaten Alive“. Entstanden, um Filmvorführungen (von Videokassetten) auf den Dörfern zu bewerben und in vielen Fällen in offensichtlicher Unkenntnis der Filme. (via)

In Regensburg gibt es ein neues Filmfestival: Heimspiel, es widmet sich „ausschließlich den deutschen Highlights der Kinosaison 2008⁄2009, die fast alle zum ersten Mal in Regensburg zu sehen sind“. Ein Höhepunkt ist die Christian-Petzold-Werkschau, präsentiert von Sascha Keilholz von critic.de.

Noch mal Stichwort Filmfestival: Aus Venedig gibt es aktuelle Online-Berichte von Rüdiger Suchsland auf artechock, Günter H. Jekubzik bei filmtabs, von Felicitas Kleiner beim Filmdienst, außerdem meldet sich outnow.ch vom Lido. Bei Cargo gibt es Kurzmeldungen per SMS von Michael Althen, Cristina Nord und Dominik Kamalzadeh. Außerdem: Susanne Hermanski von SZ Audio twittert aus Venedig. Und, Nachtrag, Damon Wise vom britischen Filmmagazin Empire blogt.

Etwas für Nerds (räusper): Eine Liste mit Filmen, in denen Computer der geschätzten Firma Apple vorkommen. Dazu gibt es kurze Kommentare.

Stephanie Zacharek von salon.com gehört zu den 10 Lieblings-Kritikern, die ich im letzten Post vorgestellt habe. Nun hat Dennis Cozzalio in seinem Blog mit dem Namen, den ich mir nie merken kann, Ms Zacharek interviewt. Es ist ein sehr schönes und sehr ausführliches Gespräch geworden, über frühkindliche Prägung durch Filme, über Pauline Kael, und auch ein Plädoyer für das Stativ statt der Wackelkamera. Um Filmkritik im Zeitalter des Internets geht es auch:

„Salon is very easily accessible from Rotten Tomatoes, for one thing. I think that’s how a lot of people found The Dark Knight review. It’s less that those readers come to Salon every Friday to see what I think. It was more like they went on Rotten Tomatoes and looked for the people who didn’t like The Dark Knight, clicked on those names and came on over. I mostly tend not to read those comments, however. Sometimes I’ll read them months after the fact, just out of curiosity.“

A propos Pauline Kael, die 2001 verstorbene, legendäre Filmkritikerin des New Yorker. Sie hat Robert Altmans Nashville schon enthusiastisch gefeiert, als noch niemand den Film gesehen hatte (Altman zeigte ihr damals einen Rohschnitt), und brachte das Kunststück fertig, Terrence Malicks Badlands zu verreißen. Ihre Texte sind bei amazon.com als Bücher zu beziehen und eine lohnende Lektüre, weil sie intellektuell, aber nicht akademisch sind (und brillant formuliert sind sie auch, aber das versteht sich von selbst). Eine ausufernde Sammlung ihrer Kurzkritiken aus dem New Yorker (das sind die paar Zeilen, die im Veranstaltungskalender stehen) gibt es hier.

Eine Datenbank mit den ersten Bildern von Vorspann und Abspann unzähliger Filme, schön ordentlich nach Produktionsjahr gesammelt: Die Movie Titles Stills Collection

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Ein Filmblog aus der Schweiz: Sakkaden schreibt hübsche Miniaturen über Kinobesuche. Richtig, weniger über den Film selbst, mehr über den Aufenthalt im Kino und das Gespräch danach. Dazu gibt es sehr schön gezeichnete Szenen aus den Filmen.

Zwischen Zeitverschwendung und tiefer Einsicht in Filmgeschichte und -herstellung: eine Datenbank mit Bewertungen von Audiokommentaren auf DVDs: Rate That Commentary

Eine Morphing-Collage, von der man den Blick nicht wenden kann: 80 Years of Women in Film

(HD-Version hier. Gefunden durch einen Link bei ankegroener.de)

Das führt zu einem Nebenstrang des großen Themas “Frauen und Film”: Ein Interview mit Sasha Grey, der 21-jährigen Pornodarstellerin mit künstlerischen und cinephilen Ambitionen, die der Star von Stephen Soderberghs neuem Film The Girlfriend Experience ist. Der Fragesteller geht an das Interview mit der offensichtlichsten, einfallslosesten und biedersten Strategie heran: Er konfrontiert sie mit den nicht sehr nach Filmkunst klingenden Titeln ihrer bisherigen Karriere – und betont, noch nie einen Pornofilm gesehen zu haben. Mir scheint, auch dieser Versuch, vom Schmuddel-Star zur Schauspielerin zu werden, wird scheitern.

Obiges Gespräch wird besonders interessant, wenn man es mit dem Interview vergleicht, das die kürzlich verstorbene Marilyn Chambers 1977 geführt hat, als sie den Sprung ins seriöse Fach versuchte. Andere Zeiten, andere Sitten – hier ist der Journalist alles andere als forsch, sie dagegen entwaffnend offen:

Außer mir kennt das wahrscheinlich schon jeder, aber dennoch: Joe Dantes Website Trailers from Hell ist für mich die Entdeckung des Monats. Vorschauen von teilweise sehr merkwürdigen Filmen, darunter einige mit tollen Trashmonstern, werden nicht nur gesammelt und dem Vergessen entrissen, sondern auch von Filmemachern kommentiert. Man kann die Trailer jeweils ohne und mit Audiokommentar ansehen. Mein Liebling bisher: The Green Slime

Making Of” ist ein neues Web-Projekt, hinter dem die Schauspielerin Natalie Portman und die Unternehmerin Christine Aylward stecken. Oder für das jene ihren Namen gegeben hat und diese die Geschäfte führt. Keine Ahnung, auf den ersten Blick klingt die Sache jedenfalls interessant. In der Selbstdarstellung heißt es:

“MakingOf is a behind-the-scenes Web portal that provides an intimate, fresh look into the process of creating entertainment by the insiders themselves. Our mission is to champion the art and craft of entertainment creation. We started MakingOf because we realized that so much of what goes into entertainment creation is unavailable to the people who love and consume it the most. We wanted to give fans a way to experience that creation and learn from the insiders.”

Das könnte – ich betone: könnte – zu einem interessanten Blick hinter die Kulissen werden und zu einem lehrreichen Werkstattgespräch. Muss aber nicht. Könnte auch einfach eine PR-Maschine für Hollywood werden – schließlich sollen hier Leute über ihre Arbeit reden, die selbige zugleich verkaufen wollen. Der Titel “Making Of”, der mich an die zahllosen erkenntnisfreien Pseudo-Dokumentationen über die Entstehung von Spielfilmen denken lässt, macht jedenfalls erst einmal skeptisch.