Synecdoche, Germany

9. Oktober 2009

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Nun also doch. Synecdoche, New York, das Regiedebüt von Drehbuchautor Charlie Kaufman (Adaptation, Eternal Sunshine of the Spotless Mind) kommt nach Deutschland. Zwar nicht ins Kino, sondern nur als DVD und Blu-Ray bei HMH, aber immerhin. Erscheinungstag ist der 12. November, eineinhalb Jahre nach der Uraufführung in Cannes. Ich habe mich an dieser Stelle vor einiger Zeit zweimal (Teil 1, Teil 2) mit dem Film beschäftigt, der in der Tat die mehrfache Sichtung nicht nur verlangt, sondern auch verdient. In der Abteilung Extras fehlt auf der deutschen DVD leider das Gespräch einiger amerikanischer Online-Kritiker über Synecdoche, New York (u.a. Karina Longworth und Glenn Kenny), dafür gibt es aber endlich Untertitel, was dem Verständnis sehr zugute kommen dürfte – denn Philip Seymour Hoffman nuschelt ganz fürchterlich.

Eine wunderschöne Sequenz mit Jeanne Moreau und Charles Denner aus Truffauts kürzlich in Deutschland erschienener DVD von La mariée était en noir. Mit dem Bogen der Diana wird sie den Künstler später töten, aber bis dahin sehen wir eine elegante Verschachtelung zweier Medien, des Films und der Zeichnung, einschließlich einer kleinen Daumenkino-Demonstration, eine Übertragung der Schönheit vom einen aufs andere. Und natürlich eine Hommage des Regisseurs an seinen Star.

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(Bilder: DVD von Pierrot Le Fou, die übrigens auch einen instruktiven Audiommentar von Robert Fischer enthält.)

La mariée était en noir in der IMDB.

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Die Maschine rechts im Bild, die ein bisschen so aussieht, als wäre sie ein Videospielgerät der ersten Generation, ist ein Videospielgerät der ersten Generation. Es handelt sich um Pong, den Vorläufer all jener Spiele, die heute die Jugend verderben: Ein schwarzer Bildschirm, auf dem zwei gegenüberliegende Striche sich immer wieder einen Lichtpunkt zuspielen. Schrecklich spannend, geradezu süchtig machend, nicht wahr? Der Kasten, mit seinen zwei Drehreglern und seinem aus groben Holz gebauten Körper, hat es hier zwei Jahre nach seiner Erfindung als Requisite in Georges Franjus Film Nuits Rouges (1974) geschafft (In späteren Jahren gab es das Spiel auch in handlichen Plastikschachteln für den Fernseher daheim.). Der vorgeblich englische Gentlemen, der die neue Art der Freizeitunterhaltung so distinguiert ignoriert, erkennt das Potenzial derselben nicht, weiß moderne Technik aber durchaus zu seinem Vorteil einzusetzen. Dabei ist er hinter etwas äußerst altmodischem her: Dem Schatz des Ordens der Tempelritter. Nuits Rouges, beim britischen DVD-Label Masters of Cinema im Doppelpack mit Franjus Judex erschienen, ist eine Mischung aus Fantomas (auf den es eine liebenswürdige Parodie darstellen soll), James Bond, den deutschen Edgar-Wallace-Filmen und der Dr.-Mabuse-Serie. Und von deren Regisseur Fritz Lang gibt es wiederum den Stummfilm Spione, der schon 1928 alles enthält, was diese Art Filme noch heute ausmacht. Die Blume im Knopfloch des englischen Herrn ist übrigens eine Mini-Spionage-Kamera, mit der ein Gespräch am Nebentisch belauscht wird. Aber das hat der geneigte Leser sich bestimmt schon gedacht. Was soll der Herr, der auch im Café seine Melone nicht abnimmt, also mit einem so klobigen Automaten wie Pong, wenn ihm sämtliche High-Tech-Gimmicks der Unterwelt zur Verfügung stehen (darunter auch ein ferngesteuertes Auto), so wie man sie sich in den siebziger Jahren vorgestellt hat?
(Bild: Eureka Video)